Braucht man Tag-Clouds?
In den letzten Tagen ist es mir auch im Kopf rumgegeistert und jetzt schreibt Mark doch glatt drüber: Wie sinnvoll sind Tag-Clouds?
In den meisten Fällen werden sie nur zum Selbstzweck eingesetzt und gehören wie das “beta” eher zum Web2.0-Design als dass sie wirklich Nutzen stiften. Wir tüfteln bei Spreadshirt gerade an unseren Relaunchplänen und haben uns dort gegen einen verstärkten Einsatz der Stichwort-Wolken entschieden.
Apropos taggen: Das Taggen von Websites a la del.icio.us und Co ist ja schon mal ein Fortschritt gegenüber starren Kategorien. Aber was fehlt ist die Volltextsuche. Ich würde die gewünschte Seite viel eher wiederfinden, wenn man die Texte, die auf ihr stehen, durchsuchen könnte. Google übernehmen Sie ![]()

e-commerce-blog.de: News, Trends und Informationen aus E-Commerce, Online Marketing und Online Verkaufsförderung - Kritische Gedanken zu Tag-Clouds said,
November 8, 2006 @ 9:09 am
[…] Sinn? Zu den Gedanken vom Fischmarkt und Kolja Hebenstreit. 0 Kommentare Permalink Trackback Propaganda […]
Matias said,
November 8, 2006 @ 9:17 am
Also die Tagclouds sind eine nette Spielerei. Das stimmt schon. Aber ich finde sie durchaus sinnvoll, weil alles was zum Weitersurfen animiert aus meiner Sicht durchaus sinnvoll ist.
Und zum Thema Volltextsuche: Wie recht du da hast! Die gute alte Suche kommt in Zeiten von Web 2.0 viel zu kurz. So als wäre sie altmodisch und unproduktiv. Doch genau das Gegenteil ist der Fall. Eine gute Suche ist und bleibt auf jeder vernünftigen Seite notwendig!
Viel Erfolg beim Spreadshirt-Relaunch!
Joachim Graf said,
November 8, 2006 @ 11:11 am
Das Problem an Tags ist, dass es einer gewissen Disziplin bedarf, um relevante Stichwörter zu vergeben. Inklusive einem intelligenten Tag-Thesaurus, der Ähnlichkeiten (”Web 2.0″, “Web2.0″ ….) abfängt. Unser Versuch, die Tagcloud aufzubohren geht deshalb unter anderem in die Richtung, Tags nur nach journalistischer Prüfung freizugeben
Kolja Hebenstreit said,
November 8, 2006 @ 11:58 am
@Matias: Vielen Dank!
@Joachim Graf: Das ist glaube ich ein guter Mittelweg. Ganz nett haben die das von der Art her z.B. auch beim Studivz bei den Lehrveranstaltungen gelöst. Dort wird dann automatisch ein oft genutzer Begriff vorgeschlagen. Wenn man die Tags jetzt noch vernünftig strukturieren könnte wären wir einen gewaltigen Schritt weiter.
Cornelius said,
November 9, 2006 @ 3:46 am
Es wäre interessant zu wissen, wieviel Prozent der Nutzer auf Links in einer Tagwolke klicken. Dann wäre die Antwort leicht zu begründen. Wenn der Anteil relativ hoch ist, macht es Sinn es zu nutzen. Als reines Designelement ist es wohl unnötig. Ich persönlich benutze es nie, weil ich auch meist mein Online-Ziel klar vor Augen habe und weniger stöbere. Bei Spreadshirt ist wohl teilweise letzteres häufiger der Fall.
@Joachim
Tags erst nach journalistischer Prüfung freizugeben, hört sich nach Overkill an und wird wohl für die meisten Anwendungen keinen Sinn machen. Klar, für deli.cio.us kann sich jeder persönlich sein Thesaurus bilden (z.B. my-to-do-tag) , aber man kann im Tag-Interface auch schon Vorlagen geben, die mit Auto-Completion forciert werden. Das hilft schon enorm für Einheitlichkeit. Standards gibt es ja schon ansatzweise bei bestimmten Anwendungen, z.B. geotags bei flickr.
Gruß aus Kanada,
Cornelius.
flawed said,
November 10, 2006 @ 4:25 pm
del.icio.us schlägt deswegen beim Taggen eines Dokuments vor, welche Tags andere Nutzer gewählt haben, so dass man die Möglichkeit hat, das populärste Tag für ein bestimmtes Konzept zu wählen.
Einen Schritt weiter wären dann Ideen wie tagthe.net, die versuchen aufgrund des Inhalts passende Tags vorzuschlagen. (Könnte man auch mal mit anderen statistischen Klassifiationsverfahren ausprobieren.)
jonas said,
February 20, 2008 @ 11:55 pm
nachdem sprd tags für seinen marktplatz eingeführt hat und bisher keine vernünftige suche möglich war (d.h. ausser durchhangeln durch kategorien), gibt es nun http://spreadtags.lessjunkmorefunk.de, die Spreadshirt-Marktplatz-Tag-Suchmaschine…
Bernhard said,
January 14, 2009 @ 11:20 am
Hallo,
wir haben uns schon viele Gedanken zu den Tag-Clouds gemacht und wie Ihr bei SS, haben auch wir uns dagegen entschieden. Die Begründung für diese Entscheidung ist denkbar einfach:
Um unseren Benutzern ein möglichst einfaches Surfen in unseren Inhalten zu ermöglichen, bauen wir seit Jahren auf einen einheitlichen HTML Listennavigationsblock. Der Benutzer weiß immer wo im Baum er sich befindet und sieht in der Regel all seine Möglichkeiten sofort.
Es ist Aufgabe des Webteams, die Navigationsstruktur, sowie die Querverlinkungen zwischen einzelnen Inhalten so festzulegen, dass der User mit möglichst wenig Klicks zum Ziel kommt. Zuguterletzt, ja, da muss der User immer noch die Volltextsuche zur Verfügung haben, denn je nach Fülle der Inhalte, kann er nur so möglichst schnell ans Ziel kommen.
Der Sinn hinter Tag-Clouds wird uns hier also nur sehr langsam, eigentlich total widerspenstig klar, wenn überhaupt. Wieso möchte ich Links zur Verfügung stellen, die keiner wirklichen Struktur entspringen und je nach Häufigkeit des Aufrufs größer oder kleiner werden?
Wenn ich das Besucherverhalten auf meinen Seiten sinnvoll auswerten möchte, mache ich das nicht öffentlich, sondern intern über einen guten Echtzeit-Tracker.
Navigationssache | Network Relations | Social Media Consultants said,
May 7, 2010 @ 10:02 am
[…] die bekannte Werbeagentur Sinnerschrader. Auch der Web2.0-Investor Kolja Hebenstreit greift das Thema damals auf und stellt die Sinnfrage. An dieser Diskussion hat sich bis heute nicht geändert, wie […]